Home

„Moorleichen sind heikel …“ konstatiert Kommissar Doninger gleich zu Anfang seines ersten Falls und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Auch ein Krimi-Debut kann heikel sein. Irgendwie will nicht so richtig Spannung aufkommen beim ersten Kriminalroman des, bis jetzt eher mit seinen nostalgischen Lebenserinnerungen und amüsanten Lausbubengeschichten erfolgreichen, Autors. Vielleicht liegt es daran, dass ständig irgendwo irgendwas gegessen, oft zusammenhanglos Lebensweisheiten, Sprichworte Musik- und Literaturzitate eingeflochten und an jeder Ecke die Schwarzwaldlandschaft ausgiebig bewundert und detailliert beschrieben wird, dafür aber recht wenig passiert, was die eigentlich ganz interessant angelegte Geschichte um den toten Jungen im Moor, organisierte Kinderbanden-Kriminalität und eine als heimliches Liebesnest genutzte Jagdhütte und deren Besitzer angeht.

Trotz sprachlicher Längen kommt das wunderbare Flair der Landschaft des Nordschwarzwalds recht gut rüber und die handelnden Personen, der kauzige Kommissar aus Baden-Baden und seine, frisch aus Köln in die Provinz abkommandierte, Assistentin sind so liebenswürdig angelegt, dass der zweite Anlauf im nächsten Band hoffentlich besser gelingen mag.

Neidinger, Günter: Der Knabe im Moor;
Silberburg Verlag, ISBN 978-3-8425-1480-5, Taschenbuch 192 Seiten, 9,90 EUR

U_Neidinger_KnabeImMoor_03.indd

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s