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Der Schelling und der Hegel,
der Schiller und der Hauff,
das ist bei uns die Regel,
das fällt hier gar nicht auf.

Eduard Paulus bringts mit seinem Vierzeiler,  den sein Schriftstellerkollege Peter Bamm einmal als „einen der arrogantesten Sätze, mit denen ein Volksstamm angibt“ bezeichnet hat, auf den Punkt: um die Dichter- und Philosophendichte im Schwäbischen beneidet uns die Welt. Leiden wir an Selbstüberschätzung?

Wer mehr über all die literarischen Schwabenköpfe, die viele nur noch als schulischen Pflichtstoff oder Straßennamen kennen, erfahren möchte, dem sei das neu erschienene und hervorragend recherchierte Standardwerk „Eine schwäbische Literaturgeschichte“ von Hermann Bausinger nahegelegt: Ein geistvoller, lebendiger und sehr kurzweilig geschriebener Überblick über die wichtigsten Entwicklungsphasen und das literarische Leben von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert bis in die Jetztzeit. Wobei nicht nur die zentralen Werke der bedeutendsten schwäbischen Schriftsteller, derer bekannte und in Vergessenheit geratene, dargestellt werden, sondern auch Querverbindungen und Freundschaften, gesellschaftspolitische Leitlinien und historische Rahmenbedingungen sauber herausgearbeitet und verständlich erklärt werden. Dem Autor ist es gelungen, mit kurzweiligen Seitenblicken auf Landesgeschichte und Volkskunde sowie lebendiger humoristischer Überhöhung ein funkelndes Firmament der Stars und Sternchen des schwäbischen Literaturhimmels zu erschaffen. Kurzweilig, klug und vollkommen frei von Selbstüberschätzung!

Bausinger, Hermann: Eine Schwäbische Literaturgeschichte
440 Seiten und 20 s/w Abbildungen, geb. mit Schutzumschlag und Lesebändchen, Klöpfer & Meyer Verlag (2. Aufl. 2017), ISBN 978-3-86351-424-2
28,– EUR

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