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Die Reformation, Württemberg und der Pietismus

Wenn wir Württemberger was machen, dann machen wir es richtig! Und Neuem gegenüber sind wir erst mal misstrauisch. So tat man sich im Musterländle zu Anfangs auch schwer mit der Reformation. Erst ab 1534 griffen Luthers protestantische Ideen, mit gehöriger Verspätung kam der geistige Umbruch auch Stuttgart. Dafür wurde das Herzogtum dann so durchgreifend umgestaltet wie kaum ein anderer Staat im Reich. Wie schaffte es das kleine, arme, abgelegene Württemberg, sich in kürzester Zeit zum impulsgebenden protestantischen Vorzeigestaat zu entwickeln und zu einer anerkannten reformatorischen Führungsmacht mit Vorbildfunktion zu werden?

Anhand von fundiert recherchierten Lebensläufen und lebendig geschriebenen Porträts der im Württembergischen handelnden Personen, sowohl bekannten als auch heute eher unbekannten, bunten Geschichten und fesselnden Berichten aus der Epoche derReformation schildert der Autor den Weg in den „schwäbischen Himmel“. Von Graf Eberhard im Barte, der als einer der Vorreformatoren gilt, bis zum 30-jährigen Krieg reicht die Zeitspanne, die im Buch dargestellt wird. Gebührend Erwähnung findet auch der ‚Waiblinger Beitrag zur Reformationsgeschichte‘, Jakob Andräe, der mit einem eigenen Kapitel vertreten ist

Frauer, Hans-Dieter: Der schwäbische Himmel;
Taschenbuch, 144 Seiten, Francke Verlag (2010);
ISBN 978-3-86827-173-7
9,95 EUR

Himmel

Lesenswert sind auch zwei weitere Werke des Autos, die den Wiederaufbau des im Dreißigjährigen Krieg total zerstörten ’schwäbischen Himmels‘ und den Weg ins ‚Lutherisch Spanien‘, wie Württemberg damals aufgrund der teils bigotten Überhöhung des religiösen Einflusses in die Staatsführung und das Alltagsleben auch bezeichnet wurde, beschreiben. Anschaulich werden die zeitgeschichtlichen Geistesströmungen aufgezeigt, die unter anderem geradewegs in die Reformbewegung des Pietismus führten, ohne den Württemberg in vielen Bereichen heute nicht gedacht werden kann.

Alles in allem zeigen die drei Bücher ein beeindruckendes Gesamtbild der epochalen Umbrüche der Reformation, die den württembergisch-schwäbischen Volkscharakter bis heute prägen. Kurzweilig, informativ und mit nicht geringem Spaßfaktor. Reformationsgeschichte und -geschichten, dem ‚Volk aufs Maul geschaut‘.

Insel

 

 

Frauer, Hans-Dieter:
Die schwäbische Insel;
Taschenbuch, 144 Seiten,
Francke Verlag (2010);
ISBN 978-3-86827-174-4
9,95 EUR

 

 

 

Paradies

 

 

Frauer, Hans-Dieter:
Das schwäbische Paradies;
Taschenbuch, 160 Seiten,
Francke Verlag (2009);
ISBN 978-3-86827-073-0
z. Zt. vergriffen

erhältlich als eBook für 7,95 EUR

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