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Als Zweitgeborener hat mancher so seine Schwierigkeiten, ein eigenes Profil zu finden. Heute wie früher und ganz besonders, wenn man in ein Königshaus hineingeboren wird – das wissen wir nicht erst aus der englischen Regenbogenpresse, das gab’s auch schon in Deutschland. Der 1797 geborene Hohenzollernspross Wilhelm, Sohn von König Friedrich Wilhelm III., sah seine Berufung eigentlich beim Militär, hatte sich früh eine starke Stellung in der preußischen Armee erworben. Als Kronprinz unter der Regierung seines kinderlosen Bruders Friedrich Wilhelm IV. fiel er, in der spannungsgeladenen Epoche des deutschen Vormärz aufgrund seiner radikalen Ansichten am Hof in Ungnade, wird sogar kurzzeitig ins Englische Exil geschickt, von der Politikerkaste kaltgestellt und beim Volk unbeliebt.

Seine Stunde schlägt, als dem Bruder 1857 auf den Thron folgt: Er verwandelt Preußen in eine erstrangige Großmacht, repräsentiert einen gleichsam von Modernität und Traditionalismus geprägten Führungsstil, war Neuerer und Bewahrer zugleich, leitete die Renaissance des monarchischen Prinzip nach den 1848er Revolutionsjahren ein und wird letztendlich, mit dem Blutzoll zehntausender gefallener Soldaten in drei Kriegen und der von Bismarcks Gnaden übertragenen Kaiserwürde zum selbst inszenierten Übervater des geeinten deutschen Nationalstaats. Seinen Aufstieg vom unbeliebten ‚Kartätschenprinzen‘ zum kultisch verehrten Kaiser und Oberhaupt der größten europäischen Kontinentalmacht zeichnet diese neu erschienene Biografie nach. Gut recherchierter, spannend geschriebener Blick auf die preußisch-deutsche Geschichte ohne Pathos.

Wilhelms Weg aus der zweiten Reihe zur Lichtgestalt des Deutschen Kaiserreichs:

Fischer, Robert-Tarek: Wilhelm I.
404 Seiten, Hardcover mit Lesebändchen, 12 farbige und 13 s/w Abb., Böhlau Verlag,
ISBN: 978-3-412-51926-1
35,00 EUR

Für Frankreich war es das Ende des Kaiserreichs, für Deutschland der Beginn, für beide Staaten einer von vielen traurigen Höhepunkten einer generationenübergreifenden Völkerfeindschaft, die erst im 20. Jahrhundert nachhaltig überwunden werden sollte. Eine umfassende Gesamtdarstellung des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71, von der komplexen Vorgeschichte im Kontext der Einigungskriege, über die detaillierte Beschreibung des Kriegsverlaufs bis hin zu einer historischen Einordnung der bilateralen und gesamteuropäischen Bedeutung des Konflikts bietet das vorliegende Werk.

Der Krieg, der Europa nachhaltig veränderte:

Bremm, Kaus-Jürgen: 70/71. Preußens Triumph über Frankreich und die Folgen
Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 27 Illustrationen s/w, wbg Theiss
ISBN 978-3-8062-4019-1
28,00 EUR

Mehr fundiertes Geschichtswissen gibt’s auf meinem #Buchblog unter frischvomstapel.de

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