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Es war jener entscheidende Augenblick, als die Begeisterung auch im Südwesten übersprang. Der 26. April 1518 war der Tag, an dem Martin Luther an der Heidelberger Universität vor dem einberufenen Generalskonvent seine Thesen erstmalig im Rahmen eines wissenschaftlichen Streitgesprächs auslegte – ein halbes Jahr nach deren Veröffentlichung in Wittenberg und nur Wochen nach Beginn der öffentlichen Diskussion im Reich die erste Möglichkeit für Luther, seine Ideen mit Akademikern zu diskutieren.

Bei den honorigen Heidelberger Professoren biss Luther damals noch auf Granit. Begeisterung hingegen weckte der Reformator bei der jungen Studentenschaft, die ihm, gebannt von seinen flammenden Worten, zu Füßen saß. Viele der Anwesenden wurden später die tragenden Persönlichkeiten des Reformationsgeschehens in Württemberg: Martin Butzer, Johannes Brenz, Martin Frecht, Ehrhard Schnepf und Johannes Oekolampad, um nur einige der damals Anwesenden zu nennen.

Unter den Zuhörern im Heidelberger Auditorium war auch Philipp Melanchthon. Der damals Einundzwanzigjährige, der nur wenige Monate später selbst als Professor an die Wittenberger Universität berufen wurde, sollte sich zu einer der treibenden Kräfte der deutschen und europäischen kirchenpolitischen Reformationsbewegung entwickeln, der später ehrfurchtsvoll „Praeceptor Germaniae“, Lehrer Deutschlands genannt wurde. Luther und Melanchthon, so verschieden sie auch waren, verband Zeit Lebens eine enge Freundschaft und wertschätzende Hochachtung für die Ideen, Ansichten und die Arbeit des jeweils anderen. Der sensible, überlegte und vergeistigte Melanchthon und der ruppige, polternde und volksnahe Luther ergänzten sich hervorragend, traten ab 1519 sogar gemeinsam auf und arbeiteten fürderhin eng im Sinne des reformatorischen Gedankens zusammen.

Wer zwei der maßgebenden Personen der Reformation, ihre Ideen und Gedanken verstehen möchte, dem seien zwei kürzlich neu erschienene beziehungsweise überarbeitete Standardwerke aus dem Verlag C.H. Beck empfohlen:

Scheible, Heinz: Melanchthon – Vermittler der Reformation; Hardcover, 445 Seiten mit 25 Abbildungen, Verlag C.H. Beck
ISBN 978-3-406-68673-3
28 EUR

Schilling, Heinz: Martin Luther – Rebell in einer Zeit des Umbruchs; Hardcover, 728 Seiten mit 51 Abbildungen und vier Karten, Verlag C.H. Beck,
ISBN 978-3-406-69687-9
19,95 EUR

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